Weiche Bodenbeläge

Welche Bodenbeläge dämmen den Schall?

Wer kennt es nicht, das nervöse Klackern von Schuhen auf dem Parkett oder das dumpfe Poltern von Möbeln auf dem Laminat? Lärm in der Wohnung kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, sowohl für die Bewohner als auch für die Nachbarn. Doch es gibt Abhilfe: Schalldämmende Bodenbeläge können die Geräusche deutlich reduzieren und für mehr Ruhe und Entspannung sorgen.

Welches Material schluckt den Schall am besten?

Doch welches  Material eignet sich am besten, um den Schall zu dämmen ? Grundsätzlich gilt: Je weicher das Material, desto besser die schalldämmende Wirkung. Das liegt daran, dass  weiche Materialien die Schwingungen des Schalls absorbieren und weniger reflektieren. Daher sind Teppichboden, Kork, PVC und Linoleum besonders empfehlenswert für einen schalldämmenden Bodenbelag.

Teppich ist der beste Schallschlucker

Teppichboden ist der Klassiker unter den schalldämmenden Bodenbelägen. Er ist nicht nur angenehm für die Füße, sondern auch für die Ohren. Er kann bis zu 90 Prozent des Trittschalls und bis zu 50 Prozent des Luftschalls dämpfen. Außerdem hat er den Vorteil, dass er Wärme isoliert und für ein gemütliches Raumklima sorgt.

Teppichböden können Schall auf verschiedene Arten dämpfen, wobei einige Arten besonders effektiv sind. Hier sind einige Teppicharten, die eine gute Schalldämmung bieten:

  1. Hochflor-Teppiche :    Teppiche mit langen, dichten Fasern absorbieren Schall gut. Der hohe Flor bietet mehr Raum für Schallwellen, um in den Fasern aufgenommen zu werden, was zu einer effektiven Dämpfung führt.

  2. Schlingen-Teppiche:   Teppiche mit einer Schlingenstruktur können auch Schall absorbieren. Die Schlingen fangen Schallwellen ein und reduzieren so die Schallübertragung.

  3. Wollteppiche:   Naturfasern wie Wolle haben natürliche schalldämpfende Eigenschaften. Wolle absorbiert Schall und reduziert so den Nachhall in einem Raum.

  4. Teppichunterlagen:   Die Verwendung hochwertiger Teppichunterlagen kann die schalldämpfenden Eigenschaften verbessern. Unterlagen mit einer dichten Struktur können Schall absorbieren und gleichzeitig den Teppich schützen.

Der schalldämpfende Effekt von Teppichböden trägt dazu bei, den Raumklang zu verbessern und unerwünschte Geräusche zu minimieren.

Welche Bodenbeläge dämmen den Schall?
Foto von Toa Heftiba auf Unsplash  

Kork ist weich - und leise

Kork ist ein Naturmaterial, das aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird. Er ist sehr elastisch und federt den Schall ab. Er kann bis zu 70 Prozent des Trittschalls und bis zu 40 Prozent des Luftschalls reduzieren. Zudem ist es antistatisch, antibakteriell und feuchtigkeitsregulierend. Kombiniert man den Korkboden mit einer hochwertigen Trittschalldämmung kann man die schallabsorbierende Wirkung dieses nachhaltigen Bodenbelags sogar noch verbessern.

Linoleum als widerstandsfähiger Schallhemmer

Linoleum ist ebenfalls ein Naturprodukt, das aus Leinöl, Harzen, Korkmehl und Jutegewebe besteht. Er ist sehr robust und langlebig. Dieser Bodenbelag kann bis zu 50 Prozent des Trittschalls und bis zu 20 Prozent des Luftschalls verringern. Er ist darüber hinaus antiallergisch und biologisch abbaubar, was ihn zu einer nachhaltigen Option in der Inneneinrichtung macht.

Linoleum ist robust und widerstandsfähig gegenüber Abrieb, Kratzern und Stößen. Es kann daher gut in stark frequentierten Bereichen eingesetzt werden. Außerdem ist es einfach zu reinigen. Für Räume wie Küche und Badezimmer, in denen in der Regel kein Teppichboden verlegt wird, ist Linoleum daher eine gute, schallhemmende Alternative.

PVC-Boden: (Keine) Alternative?

Ein PVC-Boden, auch als Vinylboden bezeichnet, ist ein Bodenbelag, der aus Polyvinylchlorid (PVC) hergestellt wird. Er besteht aus mehreren Schichten, darunter einer Trägerschicht, einer Dekorschicht und einer schützenden Deckschicht. PVC ist somit ein Kunststoff, der sehr strapazierfähig und pflegeleicht ist. Er kann bis zu 60 Prozent des Trittschalls und bis zu 30 Prozent des Luftschalls mindern. Er ist außerdem wasserabweisend und rutschfest.

Die Herstellung von PVC beinhaltet allerdings den Einsatz von Chlor und Weichmachern, was Umweltbedenken hinsichtlich der Herstellungsprozesse und Entsorgung aufwirft

Wann ist ein schalldämmender Bodenbelag angebracht?

Schalldämmende Bodenbeläge sind vor allem dann sinnvoll, wenn man in einer  hellhörigen Wohnung oder einem  Mehrfamilienhaus lebt. Sie können nicht nur den Lärm von oben oder unten dämpfen, sondern auch den eigenen Lärmpegel senken. So kann man sich besser konzentrieren, entspannen oder schlafen. Außerdem können schalldämmende Bodenbeläge auch den  Energieverbrauch senken , da sie die Wärme im Raum halten

Fazit

Wer sich auch für einen schalldämmenden Bodenbelag entscheidet, tut nicht nur sich selbst, sondern auch seinen Nachbarn einen Gefallen. Es stehen viele verschiedene Materialien zur Auswahl, die je nach Geschmack, Budget und Anspruch passen können. Wichtig ist jedoch, dass der Bodenbelag fachgerecht verlegt wird, um Schallbrücken zu vermeiden. Dann steht dem ruhigen Wohnkomfort nichts mehr im Wege.